Die Ausgangslage
Als die Sonderbucher Steige 1895 erbaut wurde, bestand der Verkehr hauptsächlich aus Kutschen und Pferdegespannen. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts löste das Auto diese Gefährte ab. Dadurch hat sich die Nutzung und Belastung der Strecke direkt über dem Blautopf stark verändert.
Probleme und Perspektiven
Für die Zukunft der Sonderbucher Steige spielten diverse Faktoren eine bedeutende Rolle. Hier eine Auswahl. Die Bestandsaufnahme und der folgende Bürgerdialog ermittelten weitere wichtige Aspekte für die Entscheidungsfindung.
Der Zahn der Zeit nagt an den Bauwerken
Stück für Stück lösen sich Teile der Spritzbetonschale. Viele Stellen sind hohl. Die Bauwerksprüfungen bestätigen seit Jahren, dass sich der Zustand der Hangbauwerke weiter verschlechtert. Der Handlungsbedarf ist deshalb eindeutig: Nichtstun ist keine Option.
Die nun beschlossene Maßnahme sieht vor, die beiden Hangbauwerke neu zu bauen. Damit soll die bestehende Verbindung dauerhaft gesichert werden.
Enge Straße, immer breitere Fahrzeuge
Dass die Sonderbucher Steige ursprünglich nicht für den heutigen Verkehr konzipiert wurde, sieht man schon an ihrer Bauweise: Mit rund 5,5 Metern Breite ist die Straße sehr schmal. Zwei Autos passen knapp nebeneinander. Eng und auch gefährlich wird es, wenn auf der Gegenfahrbahn ein größeres Fahrzeug wie ein Bus oder ein Lkw entgegenkommt.
Die geringe Breite, die schwierige Hanglage und die vorhandenen Bauwerke waren wichtige Rahmenbedingungen bei der Planung. Durch die Umstufung der früheren Kreisstraße zur Gemeindestraße konnte eine Lösung entwickelt werden, mit der die bestehende Verbindung erhalten werden kann.
Mehr Verkehr in naher Zukunft
Verkehrstechnische Untersuchungen haben gezeigt: Die Sonderbucher Steige ist eine wichtige Verbindung zwischen Sonderbuch, Blaubeuren und dem nördlichen Alb-Donau-Kreis. Bereits heute wird die Strecke intensiv genutzt. Für die kommenden Jahre wurde zudem mit einer weiteren Zunahme des Verkehrs gerechnet.
Diese Bedeutung der Verbindung war ein wesentlicher Grund dafür, eine Lösung zu entwickeln, die den Erhalt der Steige ermöglicht.
Die Steige und der Radverkehr
Auch für den Radverkehr ist die Sonderbucher Steige eine besondere Herausforderung. Die schmale Fahrbahn, die Steigung und die Verkehrssituation machen die Nutzung derzeit unattraktiv und stellen erhöhte Anforderungen an die Verkehrssicherheit.
Die Belange des Radverkehrs wurden deshalb im Planungsprozess mit betrachtet. Ziel bleibt, die Verkehrssicherheit auf der Verbindung soweit wie möglich zu verbessern.
Der Blautopf - ein sensibles Gebiet
Die Steige liegt in einem landschaftlich besonders sensiblen Gebiet direkt oberhalb des Blautopfs. Landschafts- und Wasserschutzgebiet, FFH- und Vogelschutzgebiet, Naturdenkmäler und Biotope mussten bei allen Überlegungen berücksichtigt werden.
Im Zuge der weiteren Planung wurden daher auch Natur- und Gewässerschutz, ökologische Fragen sowie die Belange der betroffenen Schutzgüter bearbeitet. Im September 2025 konnte das Baurecht für die Maßnahme hergestellt werden, nachdem alle betroffenen Träger öffentlicher Belange ihre Zustimmung erteilt hatten.